Alamierung

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Auf Heise-Online erschien der Artikel Anschlag in Nizza: Terror-Warn-App schlägt erst spät Alarm und dazu u.a. der Kommentar Deshalb: Sirenen! Kein Handy, keine App und kein Internet nötig.

Hier ist meine Antwort.
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Nicht Entweder Oder

Es gibt keinen sicheren Weg, die Bevölkerung in Katastrophenfällen¹ zu informieren. Es muss immer über alle Kanäle alarmiert werden:

Sirenen (x)
Telefon
Mobiltelefon
Internet
Radio (x)
Fernsehen
Lautsprecherdurchsagen (x)
Funk (x)
usw.

Die mit „x“ gekennzeichneten Kanäle funktionieren unter bestimmten Bedingungen² auch bei Ausfall des Stromnetzes.

Allein die Kombination aller Wege ermöglicht eine möglichst große Verbreitung.

Als Beispiel meine persönliche Situation:

Ich wohne ca. 300 m von einer Sirene entfernt. Bei Probealarmen habe ich festgestellt, dass ich sie im Schlafzimmer nicht so laut höre, dass ich geweckt würde. Im Keller würde ich sie kaum hören.

Ich höre selten Radio und sehe fast nie fern.

Da ich oft unterwegs bin, wäre für mich eine Information über GSM sinnvoll. Selbst wenn ich abgeschaltet hätte, käme die Meldung nach dem Einschalten, zwar spät, aber immerhin.

Eine Warnapp würde mir auch helfen, daher habe ich eine installiert. Interessant ist, dass sie auch Meldungen vor und nach dem letzten Sirenentest übermittelte und die App somit selbst getestet wurde.

Für mich käme auch eine Alarmierung über Funk in Frage, da ich öfteren den Amateurfunk mitlaufen lasse.

Anders sieht es z.B. bei meinen Nachbarn aus. Eine Nachbarin hat kein Mobiltelefon, kein Internet, hört aber ständig Radio. Bei anderen Nachbarn läuft der Fernseher durch. Alles in Allem sind alle Wege zu nutzen, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

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¹Dazu rechne ich in diesem Zusammenhang alle Ereignisse, die eine schnelle Reaktion erfordern: Fenster schließen, Schutzraum aufsuchen, auf Evakuierung vorbereiten, Netze freihalten, Straßen freihalten usw.

²Bei Radios ist Batteriebetrieb ausreichend, bei Funk kommen noch netzunabhängige Relais dazu.

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Bild: Mechanische Sirene. Von: Thomas Schulze. © CC-BY

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